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Montag (Mittwoch)
Antoine Brea, Übersetzung: Marina Barré
Im Laufe des Schreibens aus Sphinx entfallen, aus der Hache vier Auszüge online gesetzt hat Auszug: 1, 2, 3, und 4.

Ihren Namen. Können Sie sich erinnern?

Jimmy

Nein

Jimmy Namiasz

Nein, es ist nicht sicher. Ist er das?

Er heißt Jimmy Namiasz

Nein. Können Sie sich wirklich nicht erinnern?

Doch

Warum sind Sie hier?

Ich glaube wegen des Todes



Wir werden an einem Montag angekommen sein, ohne Gepäck, es wird ein Montag gewesen sein. Im Zimmer wird es keine Nummer an der Tür geben, keine Nummer auf dem Nacken, keine Nummer und auch keine tätowierte Nummer auf den Armen in den Ohren. Fast sofort werden sie uns abgeholt haben, wir werden immer da gewesen sein, es wird das Morgengrauen eines hässlichen Montags sein, die gnadenlosen Fenster werden Sonne ausspeien. Es wird eigentlich vielleicht ein Mittwoch sein, mit lindernden Schritten werden sie durch die Mauern hindurchschreiten, sie werden aus dem Nichts auftauchen, uns ohne weiteres entführen. Aber vielleicht ist der Tag nicht so wichtig. Sie werden nicht höflich sein. An diesem Tag werden wir da ruhig mitten im Schicksal stehen, mitten in der Woche, so was wie ein Mittwoch. Sie werden uns wie Sehnsuchtstiere vom Bett herunter gerissen haben und wir werden nichts gesagt haben, denn so wird es sein müssen. Wir werden immer schon da gewesen sein, montags schon lange daran gewöhnt, an der Leine gehalten zu werden, die Augen mit angereichertem Schlaf geschwollen. Wir werden es aushalten, sie gewähren lassen. Mittwoch: Die Menschlichkeit wird nie ihre Stärke gewesen sein. Montag: Sie werden behaupten, sie könnten die Zeit messen. All das wird uns neu sein und wir werden still schreien, verzerrte Körper, lose Venen, wir bedrückt vor den Schlafwanderern, die uns ein Ausleihbewusstsein verpassen werden. Wir werden ihnen erlauben, uns mit Schande und Tränen zu überziehen, und beim abschaumvollen Eindringen in das Geheimnis unserer Wäsche blass werden. Wir werden die Weiterführung der Behandlung verlangen, die chemischen Reinigungsmittel und das sehr kalte Badewasser werden die Zersetzung des Ungeziefers, des Drecks und des Seins vorantreiben. Wir werden sauber bleiben und Französisch sprechen wollen. Wir werden diese Tiermenschen segnen, deren Morgengrauen-Leichentuch von symbolischen Vätern jeden Montag, jeden Mittwoch gekommen, uns den Arsch abzuwischen und sich unseres Kots zu erfreuen. Wir werden ob dieser langen weißen Gesichter lachen, diese mit Kautschukschuhen ausgerüsteten Sonnenanbeter, die unsere Wände auslaugen, werden denken, sie sprächen eine perfekte und effiziente Sprache. Wir werden erneut unter uns scheißen um zu überprüfen, ob noch alles naturgemäß funktioniert. Sie werden trotz des Geruchs kein Mitleid haben und die Fenster und Zugänge weit öffnen und die Winde des Universums werden unaufhörlich hereinkrachen, die Materie in Bewegung setzen und das Licht wird weh tun und das Haus wird zum Schrei werden, bevor es weggefegt wird. Es wird weder eine Überraschung noch irgendein Zeichen des Schreckens gegeben haben. Wir werden zugrunde gehen, das Unendliche wird uns den Atem verschlagen. Wir werden uns vor Lachen den Hals abschneiden, mit diesem Lachen der zu sehr behüteten Kinder, die Haare voller Läuse, mit dem verbrannten und mittelalterlichen Lachen, das seinen Ursprung in den tiefen Höhlen des Körpers findet um auf der heraushängenden und verkürzten Zunge sein Ende zu nehmen. Das werden wir unseren Henkern später nachtragen. Wir werden nie wieder spielen, noch interpretieren, noch das Vakuum nachahmen, wir werden diese Künstler des Gemetzels sein. Ein Vertrag wird uns binden, nach dem wir uns bereit erklärt haben werden, den Montagskräften zu gehorchen, sich die Hände abzuschneiden, beim Schreien zu schweigen, nicht mit vollem Mund zu essen und nie wieder einen Anus zu haben. Wir werden uns langsam auf andere Sphären bewegen und auf dem Weg Strategien vom endenden Karthago schmieden. In einem Gemeinschaftsraum in einer Mensa werden wir das Gehen durcheinander erfassen, die Heilgymnastik, die abgehackte Bewegung, die sich in die Angst stößt, in die Peinlichkeit, in die Enge, in das Gehen im Kreis. Sonntag. Wir bemühen uns, nicht arschgefickt zu werden, in unseren Leidenstühlen von den dunkleren unserer Kumpanen umgeworfen, die den Lärm als Deckmantel benutzen. November. Sie werden mitten in der Nacht auf Todeshengste verfallen, sie werden da sein, sie werden hier sein, auf den Trennwänden verstreut liegen, abhauen, auf jeden Fall. August. Sie werden Mondpriester, Kältepsychoanalytiker sein, sie werden die Sakramente öffnen, sie werden übergewichtige menschenfressende Kliniker sein, Köpfe umgrabende Seelsorger auf der Suche nach Nahrung. Sie werden kommen, uns unterjochen, uns rehabilitieren für höchste Übungen, lokale Anwendung auf der Basis schwebenden Hinscheidens, für Vorbereitungstechniken zur Kasteiung, für

Erhöhungen

Durchlochen der äußersten Glieder/Extremitäten

Aufhängen der Gerippe durch ein System von Riemen und Hacken

Vierteilen

Aufstellen in der Sonne

Schorfbildung

Entwässerung

Rost

Im Großen und Ganzen werden wir uns bemühen, nicht arschgefickt zu werden. Von Unschuldigen verdinglicht. Im Großen und Ganzen werden wir sie nach so vielen Umwegen für Randalierer halten. Sie werden uns manche Gymnastik, manche Streckungen, Formen schwarzen Yogas, so was wie Knochendehnungen auf aufgemachte Typen verschreiben

rittlings auf dem Galgen

die Beine hinter den Schultern

die Handfläche gen Himmel

gespannter Bauch

gestreckte Wirbelsäule

langsam an dem Nichts ziehen

den Tod zählen...

... ausatmen

Sie werden uns auf die Beine gestellt haben. Mittwoch. Aufgerichtet, gen Himmel. Sie werden uns aufgerichtet, und gewaschen und ausgestreckt haben. Wir werden alles durchgemacht haben. Alles wird geschehen sein. Sie werden uns begrüßen und wir werden grüßen und es wird Montag sein.





Antoine Brea: über den Autor
Marina Barré: über die Übersetzerin